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Millionen Menschen kaufen täglich am Kiosk, in Supermärkten oder an Tankstellen Zeitungen und Zeitschriften. Jede Ausgabe ihres Lieblingstitels liegt pünktlich zum neuen Erscheinungstermin im Presseregal bereit. Doch wie gelangen eigentlich die Zeitungen und Zeitschriften von den Verlagsredaktionen über die Druckereien bis hin ins Presseregal?
In ca. 120.000 Verkaufsstellen können in Deutschland Presseprodukte gekauft werden. Zur täglichen Versorgung dieser Geschäfte mit neuen Titeln ist ein bundesweites Netz von Pressegroßhändlern zuständig. Von den Verlagen -als Hersteller der Zeitungen und Zeitschriften- beliefert, sorgen diese Großhändler dafür, dass die neue Ware Nacht für Nacht ausgeliefert wird.

Der Großhandel mit Presseprodukten unterscheidet sich dabei deutlich von anderen Großhandelsformen. Die Grundlage hierfür liegt im Artikel 5 des deutschen Grundgesetzes:

"Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt."


Die Väter des Grundgesetzes beschlossen mit Gründung der Bundesrepublik, die Manipulation und Gleichschaltung der Presse zu Zeiten des Nationalsozialismus ein für allemal abzuschaffen. Jeder sollte das Recht haben, seine Meinung frei zu äußern und entsprechend zu verbreiten. Insbesondere zur Verbreitung müssen aber auch die geeigneten Rahmenbedingungen geschaffen sein.

Das in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg aufgebaute Pressevertriebssystem garantiert und fördert die Pressevielfalt und baut dabei auf folgende Grundpfeiler auf:


Alleinauslieferung und Neutralität

Jedem Pressegroßhändler wurde von den Verlagen ein bestimmtes fest definiertes Vertriebsgebiet anvertraut, für welches er die Alleinauslieferungsrechte an den Einzelhandel erhält. Dabei verpflichtet er sich, sowohl alle Verlage als auch alle Einzelhändler prinzipiell gleich zu behandeln. Er stellt den freien Marktzutritt aller Anbieter sicher und sorgt für die flächendeckende Verbreitung der Titel in seinem Gebiet.


Dispositionsrecht und Remissionsrecht

Der Verlag als primärer Träger des Absatzrisikos hat das Dispositionsrecht gegenüber dem Großhändler. Durch die Übertragung der Vertriebsrechte erhält der Grossist ein abgeleitetes Dispositionsrecht zum Einzelhändler und gestaltet mit Hilfe intelligenter Dispositionsverfahren dessen (verkaufsfähiges) Sortiment. Korrespondierend dazu steht das Remissionsrecht, welches sowohl dem Einzel- als auch dem Großhandel ein Rückgaberecht nicht verkaufter Exemplare an den Verlag einräumt. Beide Rechte zielen darauf ab, eine optimale Verbreitung sicherzustellen.


Preisbindung

Der Erwerb von Zeitungen und Zeitschriften soll unabhängig von Nachfrageschwankungen gestaltet sein. Verlage legen bundesweit sowohl die Endverkaufspreise der Zeitungen und Zeitschriften an den Konsumenten als auch zwischen den Handelsstufen fest.


Gebiets- und Verwendungsbindung

Grossisten dürfen nur Einzelhändler innerhalb ihres Vertriebsgebietes mit Presseprodukten beliefern. Der Händler wiederum ist verpflichtet, die von den Verlagen vorgegebenen Erstverkaufstage einzuhalten.

 

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